Laser-Kliniken und Hautärzte mit Laser-Erfahrung sind die besten Adressen, wenn Sie Tattoos entfernen lassen wollen. Zwar bieten auch einige Permanent-Make-up- oder Tätowierungs-Studios Behandlungen an, aber diese setzen oft ungeeignete Geräte wie z. B. Blitzlampen ein, die das Gewebe stärker schädigen als ein medizinischer Laser. Außerdem ist das Personal nicht so gut geschult wie ausgebildete Dermatologen.

 

Adressen von Ärzten, die Tattoos entfernen, gibt es zum Beispiel bei der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft www.ddl.de

Wie lange dauert es?

Tätowierungen zu entfernen geht nie husch, husch. Wer sich irgendwann auf Ibiza am Strand einen winzigen Stern hat stechen lassen, ist aber schon mal ganz gut dran: Laien-Tattoos lassen sich meist besser weglasern als Tätowierungen vom Profi, weil die in tieferen Hautschichten sitzen und meist dichter gestochen sind. Solche Kunstwerke müssen bis zu zwanzig Mal unter den Laser, bis sie verblassen. Bei von Laien gestochenen Tattoos reichen dagegen manchmal schon fünf Behandlungen. Dazwischen muss sich die Haut mindestens sechs Wochen lang regenerieren, am besten über mehrere Monate. Wie lange die einzelnen Sitzungen genau dauern, hängt von der Größe des Tattoos und der Pulsfrequenz des Lasers ab.
Faustregel: Eine eurogroße Tätowierung braucht etwa zwei bis drei, eine handtellergroße Tätowierung fünf bis sieben, der gesamte Unterarm etwa 20 bis 30 Minuten pro Laser-Behandlung.

 

 

Tut es weh?

„Viele Patienten empfinden die Tattoo-Entfernung schmerzhafter als das Stechen“, sagt Dr. Sabine Stangl, Dermatologin und Laser-Spezialistin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. An empfindlichen Körperstellen wie z. B. am Knöchel tut es mehr weh als etwa auf dem Oberarm. Auch wenn alles gut klappt, können Brandblasen entstehen. Lokale Betäubungsmittel lindern den Schmerz – am besten rechtzeitig vor dem Termin fragen, denn diese Mittel brauchen 30 Minuten, bis sie wirken.

 

 

Was kostet es?

Je nach Größe des Tattoos muss man mit etwa 50 bis 200 Euro für eine Laser-Sitzung rechnen. Ein großes Profi-Tattoo zu entfernen kann also schnell mehrere tausend Euro kosten, ein kleines schlägt mit mindestens 250 Euro zu Buche. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für solche Eingriffen nie, da sie aus medizinischer Sicht nicht notwendig sind.

 

 

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Nach dem Lasern darf die behandelte Stelle zwei bis drei Wochen lang nicht der Sonne ausgesetzt werden. Auch Schwimmbad oder Badewanne sind erst mal nicht so günstig – darum die Laser-Termine am besten so planen, dass sie nicht direkt vor dem Urlaub oder mitten im Hochsommer stattfinden. Ein paar Monate nach der Tattoo-Entfernung kann die Haut immer noch ein wenig heller sein, aber im Laufe der Zeit nimmt sie wieder eine natürliche Farbe an.

 

 

Bleibt die Farbe im Körper?

Der Laserimpuls zerkleinert die Farbpigmente, so dass sie von der Lymphflüssigkeit aus der Haut transportiert werden können. Aber nur ein kleiner Teil wird nach außen abgegeben, die meisten Pigmentreste sammeln sich in den Lymphknoten oder sogar in der Leber an und bleiben dort – und zwar für den Rest des Lebens. Eine unangenehme Vorstellung, zumal viele Tattoo-Farben Schwermetallverbindungen mit Chrom oder Kobalt enthalten. „Ob diese Einlagerungen gesundheitsschädlich sind, ist bisher noch nicht genügend erforscht“, sagt Dr. Sabine Stangl.

 

Lassen sich alle Farben gleich gut weglasern?

Mit dem heute üblichen Verfahren lassen sich dunkle Farben leichter entfernen als helle, denn der Laser „erkennt“ blaue und schwarze Farbpigmente besser. Gelbe oder hautfarbene Tattoos dagegen sprechen manchmal gar nicht auf die Lasertherapie an. „Die Entfernung von bunten Tattoos ist immer sehr risikoreich“, sagt Dr. Sabine Stangl. „Oftmals raten wir bei sehr farbigen und großen Tätowierungen ganz davon ab.“  Auch Permanent-Make-up ist besonders schwer zu behandeln, denn dabei kommen vor allem Braun- und Rottöne zum Einsatz. Bei diesen besteht die Gefahr, dass die Farbe erst einmal umschlägt, statt zu verschwinden: Rot wandelt sich zum Beispiel in Schwarz um. Das lässt sich dann zwar in den meisten Fällen irgendwann auch entfernen, aber erst einmal muss man mit der neuen Farbe leben – was zum Beispiel bei einer tätowierten Lippenkontur sehr unangenehm sein kann.

 

Einen schwarzen Lidstrich am Wimpernrand mit dem Laser zu behandeln ist dagegen kein Problem: Der Augapfel wird dabei mit einer winzigen Metallschale geschützt, so dass ihm nichts passieren kann.

 

 

Wie schnell kann man wieder Sport treiben?

Nach dem Lasern wird die Haut weiß, schwillt an und kann brennen wie bei einem schweren Sonnenbrand. An Armen und Beinen haben einige Patienten ein Gefühl wie bei einem Muskelkater. Nach der Laser-Sitzung verschorft die Haut und muss erst einmal in Ruhe abheilen. Damit sich nichts entzündet, verordnen die Ärzte eine fettige, antiseptische Salbe, die man regelmäßig auftragen muss.

Laser-Expertin Stangl empfiehlt, in den ersten sieben bis zehn Tagen nach der Behandlung keinen Sport zu treiben: „Durch die Bewegung können Krusten abplatzen, und die Wunde heilt langsamer. Außerdem besteht beim Schwitzen erhöhte Infektionsgefahr.“

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