Tattoo Laser Enfernung

 

 

 

Je mehr Tätowierungen gestochen werden, desto mehr Tattoos müssen entfernt werden. Dies liegt auf der Hand. Die beste Methode ein Tattoo zu entfernen, ist sicherlich die Laserentfernung, die – soweit wir es zumindest annehmen – die eleganteste und effektivste Methode darstellt, Tinte aus der Haut zu holen. 

Um ein Tattoo wieder zu entfernen, sollte man zuerst wissen, wie ein Tattoo entsteht:

Im Prinzip funktioniert ein Tattoo folgendermaßen: Mittels einer Punktierung der Haut wird mit einem geeigneten Werkzeug ein Farbstoff an die richtige Stelle in den Körper gebracht.

Hört sich erstmal nicht so schwer an, ist aber trotzdem nicht ganz einfach. Die Kunst ist es, die richtige Hautstelle, die Dermis zu treffen, denn dort wird die Farbe in den Fibroblasten gelagert.

Geht die Farbe nicht tief genug in die Haut und landet in der Epidermis, blutet sie schnell wieder aus. (Und bevor hier wieder Diskussionen um die so genannten Biotattos entstehen: es gibt keine Biotattoos !) Das Tattoo verschwindet – allerdings sehr ungleichmäßig, was dann dem entsprechend verheerend aussieht.

Dringen dagegen die Farbpigmente zu tief in die Haut, verwischt das Tattoo durch die auftretenden Blutungen.

Kurz: Tinte an die richtige Stelle und schon wird das Tattoo schön. Aber wie bekommen wir es jetzt wieder weg.

Es gibt hunderte Geschichten, die sich mit dem Thema Tattooentfernung befassen. So gibt und gab es immer wieder das Gerücht, Christian Wahrlich, der König der Tätowierer aus Hamburg, hätte eine Salbe erfunden, die schmerz- und rückstandslos Tätowierungen entfernen würde. Und Frank Weber, der Veranstalter der Tattoo Convention Berlin schwört Stein und Bein, er hätte bei Tattoo Theo, dem Nachlassverwalter Wahrlichs eine Kiste mit Hautresten gesehen, auf denen deutlich entfernte Tattoos zu erkennen gewesen sein sollen.

Da sich nun Christian Wahrlich, ebenso wie Tattoo Theo im Tintenhimmel befinden, wenden wir uns doch lieber den modernen Technologien zu.

Eine Entfernung durch den Laser ist eigentlich eine einfache Sache, mittels eines in seiner Wellenlänge abgestimmten Laserlichtes werden die Farbpigmente in der Haut zertrümmert, sodass das Immunsystems des Körpers die Reste der Pigmente aufnimmt und das Tattoo verschwindet.

Um nun aber nicht soviel Blödsinn zu schreiben und damit wir auch die neusten Entwicklungen der Laserentfernungsmöglichkeiten kennenlernen, haben wir uns aufgemacht und mit Dr. Harrer, einem renommierten Schönheitschirurgen, ein Interview zum Thema geführt:

 

 

Interview mit Herrn Dr. Harrer

1. Wer lässt sich eigentlich Tattoo´s entfernen?Also, es sind im Prinzip zwei Patientengruppen.Die eine Patientengruppe sind Männer zwischen 40 und 60 Jahren, die sich eine „Jugendsünde“ entfernen lassen möchten, diese befindet sich meistens an den Armen. Sie haben einen Job in der Bank oder einer höher gestellten Position und werden dann immer unangenehm auf die Tätowierungen angesprochen.

Und dann gibt es noch die Gruppe der Jugendlichen zwischen 18 Jahren und 25 Jahren. Diese überwiegend weiblichen Patientinnen entscheiden sich meist kurzfristig nach der Entstehung des Tattoos, in einem Zeitraum zwischen einem Monat oder einem halben Jahr, zur Tattooentfernung.

Das ist interessant. Gerade diese Kurzfristigkeit hätte ich nicht erwartet.

Das nimmt immer mehr zu.

Also unser Rat an unsere Leser: „Lasst euch Zeit!

 

2.Wie ist die Nachfrage nach Tattoo-Entfernungen?

Seit 2 Jahren hat das schon zugenommen, gerade im jüngeren Patientenbereich.

 

3. Gibt es neue Techniken zur Tattooentfernung?

Es gibt jetzt seit einem halben Jahr eine neue Technik mit der man nicht nur noch mit dem normalen Laser arbeitet, sondern mit einem ITL-Laser, mit dem man sehr gute Ergebnisse erzielt, gerade auch im Bezug auf farbige Tattoos.

 

4. Welche Tattoos lassen sich denn entfernen und welche nicht?

Wir sind technisch so ausgerüstet, dass wir alle Tätowierungen entfernen können. Es kommt halt nur noch die Frage nach der Anzahl der Sitzungen. Tätowierungen die sehr viele Farbpigmente enthalten, sehr großflächig sind und nicht linienförmig und kurzfristig angefertigt worden sind, dauert es natürlich länger diese wieder zu entfernen, als bei Tätowierungen, die seit 10 oder 20 Jahren bereits in der Haut sind.

 

5. Damit haben sie auch gleich meine nächste Frage mit beantworten, ob das Alter des Tattoos einen Einfluss hat. Also je älter, desto besser lässt es sich entfernen?

Ja, das ist richtig.

 

6. Also alle Farben lassen sich gleich gut entfernen?

Ja, das ist richtig. Bei den hellen Farben, wie zum Beispiel hellgrün, gelb und rot dauert es vielleicht ein wenig länger. In der Regel braucht man so zwischen 5 und 10 Behandlungen. Da kann es halt sein, dass man noch Reste von dem gelb, oder rot sieht. Diese müsste man dann halt noch mal mit einem anderen Laser bearbeiten. Man braucht vielleicht noch 2 oder 3 Nachbehandlungen um diese Spuren der helleren Farben auch auf Dauer zu entfernen. Aber man kann alles entfernen.

 

7. Ist das abhängig vom Hauttyp?

Man kann im Prinzip jeden Hauttyp behandeln. Es kann aber bei dunkelhäutigen Menschen zu einem Pigmentverlust kommen, der durch den Körper in der Regel innerhalb eines halben Jahres wieder regeneriert wird.

Aber es gibt häufig auch Patienten, die schon eine Behandlung mit unzureichenden Mitteln, wie Co2-Laser usw. hinter sich haben. In diesen Fällen wurde versucht, die Tätowierung auszubrennen. Bei diesen Patienten kann es vorkommen das eine helle Narbe zurückbleibt.

 

8. Man sollte also auf die Qualität bei einer Laserbehandlung achten?

Ja, wenn sie erfolgreich und professionell lasern wollen, dann müssen sie so um die 4 bis 5 verschiedene Systeme haben.

Die sind nicht billig und es gibt viele Anbieter, die kaufen sich halt einen billigen CO2- Laser, der eigentlich zum schneiden oder zum wegbrennen von Warzen entwickelt worden ist. Man versucht dadurch Geld zu sparen und das funktioniert dann halt nicht.

Man braucht für jede Anwendung, sei es für den Pigmentfleck, für eine Haarentfernung oder für eine Tätowierung, immer einen separaten Laser.

 

9. Wie lange dauert denn eine Entfernung?

5 bis 20 Minuten.

Ach so schnell?

Bei einer kleineren Tätowierung, z.B. bei einer Größe von 6 x 6 cm, kann man zwischen 3 und 5 Minuten für eine Sitzung rechnen. Bei größeren Tätowierungen, wie z.B. der komplette Oberarm, muss man schon mal 20 Minuten einplanen.

 

10. Und wie viele Sitzungen sind da notwendig?

In der Regel zwischen 5 bis 10 Behandlungen. Aber wir haben natürlich auch Patienten, gerade wenn es sich um sehr frische und großflächige Tattoos handelt, mit ziemlich viel Farbe drin, bei denen benötigt man mehr Sitzungen, als wenn ich jetzt nur ein zartes Tattoo entferne.

Gerade bei so einer dicken Tätowierung, wie z.B. einem Indianerkopf oder Totenkopf, mit tief schwarzer Farbe, dauert die Entfernung auch mal im schlimmsten Fall 15 bis 20 Behandlungen, je nach Alter der Tätowierung.

Dann kann man die Faustformel machen: je länger das Stechen des Tattoos dauert , desto länger dauert auch die Entfernung

 

11. Was kostet so etwas?

Es kommt auf den Aufwand an, aber ich sag mal, dass der Preis bei 5 Behandlungen maximal zwischen 500 € und 3.000 € liegt.

 

12. Übernimmt die Kasse die Kosten?

Also ich habe es bis heute nur einmal erlebt, bei einem Patienten der psychisch sehr darunter litt.

 

13. Tut es weh?

Ein wenig. Also wir betäuben vorher die Haut mit einer Betäubungscreme und kühlen zusätzlich. In den ersten Sitzungen wo noch sehr viel Farbintensität da ist, ist es ähnlich wie beim Tätowieren.

Bei sehr empfindlichen Partien, wie z.B. bei Frauen die ihr Tattoo im Dekoltee haben, kann es vorkommen, dass die Empfindung der Entfernung schlimmer ist wie das Tätowieren. Normalerweise ist es ähnlich. Manche sage sie spüren gar nichts, wenn die Tätowierung eben sehr blass und älter ist, dann tut es weniger weh. Je mehr Farbe drin ist, desto mehr Lichtreaktion findet eben statt. Je mehr Lichtreaktion, desto mehr Schmerzen.

Jetzt habe ich vielleicht eine seltsame Frage:

 

14. Riecht man verbranntes Fleisch?

Es riecht manchmal ein bisschen, nicht nach verbrannten Fleisch, aber so wie bei einer Haarentfernung.

 

15. Wie präzise können Sie eigentlich einen Teil eines Tattoos entfernen?

Das kommt auf die Spotgröße an. Man kann zwischen 2 und 5 Millimetern von dem Durchmesser des Laserstahls ausgehend und dann dem entsprechend auch präzise arbeiten.

 

16. Machen Sie auch Entfernungen als Vorbereitung auf ein Cover up?

Mache ich häufig, ja. Ungefähr 30 % der Patienten fragen das an, weil sie einen Teil ihres Tattoos weghaben wollen um sich irgend etwas anderes drauftätowieren zu lassen. Diese werden dann meistens nicht komplett entfernt, sondern nur 3-4 Sitzungen gemacht, um einen Großteil der Farbe wegzunehmen so das dann wieder dementsprechend damit gearbeitet werden kann. Nach 2-3 Sitzungen verschwinden die Konturen eh schon und dann kann man das Tattoo nicht mehr so exakt erkennen.

 

17. Narben bleiben nicht, glaube ich?

Also das gibt es ganz selten mal. Sagen wir von hundert Patienten vielleicht einer oder zwei. Dann aber meistens an ungünstig exponierten Stellen, wo halt viel Spannung auf der Haut ist, am Kniebereich oder am Dekolletébereich. Aber das ist eigentlich eher selten der Fall.

 

18. Lässt sich bei Allergien auch das Tattoo entfernen?

Ja.

 

 

19. Wie funktioniert das Lasern überhaupt?

Der Technische Prozess ist im Prinzip eine Lichtabsorption. Das heißt also, der Laser ist ein gebündelter Lichtstrahl mit einer bestimmten Wellenlänge.

Das Wellenlängenspektrum reicht vom Farbspektrum, also von 100 Nanometern, bis zum nichtsichtbarem Spektrum hoch, bis zu 10.000 Nanometern. Das Farbspektrum ist das blaue Licht. Ab 3000 Nanometern ist es im nichtsichtbarem Spektrum.

Diese Laser, die speziell zur Tattooentfernung genommen werden, liegen zwischen 700 und 800 Nanometern. Dabei handelt es sich um rotes Licht. Dieses rote Licht ist gebündelt und reagiert also letztlich komplementär mit den dunklen Farbstoffen.

Man muss sich das so vorstellen, die Farben die in die Haut eingebracht sind, sind wie Kugeln in der Haut eingelagert. Durch den hochenergetisch gebündelten Lichtstrahl, in einem kurzen Zeitfenster, werden diese Farbkugeln in kleinere Fragmente zersprengt, die dann letztendlich vom Körper abgebaut werden.

Und das ganze geht eben Schicht für Schicht. Das heißt, die Tattoofarbe wird im entsprechenden Absorptionsspektrum bearbeitet und dadurch wird immer ein Teil dieser Farbanteile entfernt. So verblasst das Tattoo im nachhinein.

Die Wellenlänge, also die Kürze des Spots verhindert, dass es zu Schäden in anderen Hautschichten kommt, sodass nur die Farbpigmente getroffen werden und keine anderen Körperzellen. Wichtig ist es, die Farbkugeln zu zerstören und nicht, wie es mit einem Co2-Laser passieren kann, einfach den gesamten Hautbereich zu verbrennen.

Also kann ich jetzt schon mal die Aussage treffen, wenn jemand irgendwo einen CO2- Laser stehen sieht, sollte er sofort den Raum verlassen.

Genau. Es gibt viele die sich nicht genieren die Tätowierung rauszubrennen, oder irgendwie die Haut aufzuritzen. Manche verbrennen erst mal die Haut mit dem CO2- Laser, oder machen eine Abscharbung der Haut und knallen dann mit einem angeblichen Tattoolaser drauf, um an die Pigmente ranzukommen.

 

20. Dürfen denn eigentlich Laserentfernung nur Ärzte vornehmen, oder gibt es auch Privatpersonen die da rumpfuschen?

Also es gibt mittlerweile schon Kosmetikstudios und Krankenschwestern die das anbieten. Es ist aber so, dass die Laser in Schutzklassen eingeteilt werden. Die richtigen Tätowierungsentfernungslaser unterliegen alle der Laserschutzklasse 4 und die darf ausschließlich nur der Arzt bedienen, bzw. Personal, das in Anwesenheit des Arztes, oder unter Anweisung arbeitet. Es sollte in der Regel nicht so sein, dass eine Privatperson sich so ein Gerät anschaffen kann. Es gibt aber nichts, was es nicht gibt. Die Hersteller verkaufen an „Jeden“, Hauptsache sie verkaufen. Na ja, gute Hersteller tun das natürlich nicht.

 

21. Gibt es überhaupt Leute für die eine Laserentfernung überhaupt nicht in Frage kommt?

Es gibt keine Ausschlussmittel.

Was noch angesprochen werden sollte, sind die Zeitspannen zwischen den Sitzungen: Diese liegen zwischen 4 und 6 Wochen, daher kann eine Entfernung bis zu einem halben Jahr dauern.

Das ist ein sehr guter Hinweis.

Es gibt Patienten, die ihr Tattoo halt eine Woche vorher haben machen lassen und kommen dann hier her und sagen: „ich will das jetzt sofort wieder weg haben“. Sofort geht es nicht.

 

www.aurelius-institut.de

 

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