Piercing- Pflegeanleitung

Jeder Mensch unterscheidet sich vom Anderen. Jeder Organismus reagiert anders; deshalb können diese Heilungszeiten nur ungefähre Mittelwerte darstellen. Sie können sowohl kürzer als auch erheblich länger sein. Bei guter Pflege und Hygiene kannst Du die Heilungszeit verkürzen.

 

2-4 Wochen

Lippenbändchen, Zunge, Klitorisvorhaut, innere Schamlippen

 

1-3 Monate

Labret, Augenbraue, Madonna, Medusa, Brust, Ohrläppchen, Septum, Nasenflügel, Bridge, Tragus,

 

3-8 Monate

Hafada, Pubic, Bauchnabel, äussere Schamlippen, Guiche, Ohrknorpel, Helix, Christina

 

 

Allgemein:

Reinige Dein frisches Piercing zunächst 2 – 3 mal täglich mit einem geeignetem Wundheilmittel ca. 2 Wochen lang. Piercing-d.lüx empfiehlt für alle äußerlichen Piercings Octenisept Wunddesinfektion oder als natürliche Alternative Kochsalzlösung. Verwende an Deinem frischen Piercing weder Cremes noch Salben, da diese den Stichkanal verstopfen.
Gehe dabei so vor:
Befeuchte ein Wattestäbchen mit der Flüssigkeit und reinige damit die Einstichlöcher entferne nun vorsichtig die aufgeweichte Kruste mit dem Wattestäbchen. Dann den Schmuck nochmal befeuchten und vorsichtig bewegen, sodaß das Desinfektionsmittel auch in den Stichkanal gelangt. Immer zuerst den Schmuckteil der sich nicht unter der Haut befindet reinigen, damit keine Bakterien in die Wunde gelangen. Erkennst Du nach zwei Wochen Fortschritte im Heilungsprozess, brauchst Du Dein Piercing nur noch 1 mal täglich reinigen, bis es komplett abgeheilt ist.

 

Generell gilt:

Eine angemessene und konsequente Pflege bestimmt Dauer und Qualität des Heilungsprozesses. Übertriebene Pflege wirkt sich jedoch negativ auf die Heilung aus.

Für Lippenpiercings:

Desinfiziere das Piercing von außen mit Octenisept Spray, wie oben beschrieben, zusätzlich solltest du mindestens 2 mal täglich (am besten nach jeder Mahlzeit) für eine Minute mit Chlorhexamed Deinen Mund spülen.

 

Für Zunge und Lippenbändchen:

Spüle Deinen Mund gewissenhaft mit Chlorhexamed jedes Mal wenn Dein Mund in Berührung mit Fremdkörpern kommt – essen, trinken, küssen. Bitte verzichte 4 bis 5 Tage auf scharfes Essen, Milchprodukte, Obst und starkes Rauchen. Mundspülungen mit kaltem Kamillentee können den Heilungsprozess beschleunigen. Bei Zungenpiercings helfen Eiswürfel und kaltes mildes Mineralwasser der Zunge schneller abzuschwellen.

 

 

Für Intimpiercings:

Reinige Dein frisches Piercing 2-3 mal täglich mit Octenisept Wundesinfektion wie oben beschrieben, zusätzlich solltest du 2 mal wöchentlich für fünf Minuten Kamillesitzbäder einnehmen.
Während der Heilungszeit ist darauf zu achten, das die Wunde nicht durch Druck oder Reibung gereizt wird, zb. durch enge Kleidung, langes Sitzen auf dem neuen Schmuck, Radfahren oder Sport. Ferner ist während dieser Zeit sexuelle Enthaltsamkeit angebracht, mindestens 3 Wochen. Ein Auswechseln oder Herausnehmen des ersten Piercingschmucks ist erst möglich, wenn die Wunde abgeheilt ist. Im Inneren des Stichkanals bildet sich eine neue Haut. Diese muß im Laufe der Zeit dicker und fester werden. Zu frühes Auswechseln des Erstschmucks würde diese noch junge Haut verletzen und zu einer Entzündung führen.

 

Schmuckwechsel:

Ein Auswechseln oder Herausnehmen des „medizinischen“ Piercingschmucks ist erst möglich, wenn die Wunde abgeheilt ist. Dies ist meist erst nach 3 bis 4 Wochen der fall. Im Inneren des Stichkanals bildet sich eine neue Haut. Diese muß im Laufe der Zeit erst stabiler werden. Zu frühes Auswechseln des Erstschmucks würde diese noch junge Haut verletzen und garantiert zu einer Entzündung führen. Der vereinbarte Kontrolltermin ist daher unbedingt einzuhalten.
Schmuckwechsel: Di-Fr:13-18 Uhr, Samstags nur nach Terminvereinbarung

 

 

 

Probleme

 

Entzündungen:

Falls eine Entzündung (Hitze, Rötung, Schwellung, Eiteraustritt) auftreten sollte, ist das kein Grund zur Panik- das ist meist eine ganz natürliche Reaktion des Körpers und sollte bei guter Pflege innerhalb drei bis vier Tagen wieder abklingen.
Zusätzliche Kamillebäder hemmen die Entzündung und fördern den Heilungsprozess. Keinesfalls solltest du den Schmuck einfach nur herausnehmen, die Entzündung könnte sich einkapseln und dadurch würde sich alles nur verschlimmern. Im Zweifelsfall ruf einfach an oder komm vorbei ich bin gerne bereit Dir weiterzuhelfen.

 

Allergische Reaktionen:

Ausschlag, Juckreiz, starke Sekretabsonderungen oder eine Vergrösserung des Ein- bzw Ausstichs deuten auf eine allergische Reaktion hin. Dabei kann sowohl der Schmuck als auch das verwendete Pflegemittel der Auslöser sein.

 

Nachblutungen:

Bei manchen Piercings kann es nach dem Stechen zu kurzen leichten Nachblutungen kommen. Meist bei Augenbraue, Ohrrand und Intimpiercings da diese Stellen meist gut durchblutet sind.

 

Abstoßen des Schmuckes:

In manchen Fällen können Piercings herauswachsen oder abgestoßen werden. Dies geschieht meist während des Heilungsprozesses, indem der Schmuck immer weiter vom Körper weggeschoben wird, bis er schließlich keinen Halt mehr findet. Das Herauswachsen ist nicht schmerzhaft; es können jedoch Narben zurückbleiben.

 

Die Hauptursachen dafür sind:

  • Plazierung des Piercings an Stellen , wo die Haut unter Spannung steht,
  • ständig in Bewegung ist oder zuviel Fettgewebe aufweist.
  • Achtloser Umgang mit dem Piercing wie z.B. starkes Reißen oder Ziehen.

 

Sollte man bemerken, daß ein Piercing „wandert“ sollte man es rechtzeitig wieder rausnehmen, da sonst eine größere strichförmige Narbe bleiben würde.

 

 

Wildfleischbildung:

Bei Wildfleischbildung (Wucherungen am Wundrand oder weißen Vernarbungen) helfen jodhaltige Mittel wie Betaisodona. Mit der Zeit bilden diese sich dann zurück.
Was solltest Du unbedingt meiden:

  • jede unnötige Berührung. Bevor du Dein Piercing berührst unbedingt Hände waschen.
  • Solarium, Sauna und Sonnenbäder die ersten 2- 3 Wochen
  • Vollbäder, Seewasser, Chlorwasser, Meerwasser
  • Alkohol und Drogen da sie das Immunsystem schwächen und die Verheilphase dadurch hinausgezögert wird
  • Leistungssport (Pogo) in den ersten 48 Stunden
  • zu eng anliegende Kleidung da sonst Reibung auf das Piercing ausgeübt wird.
  • keine Desinfektionsmittel mit hohen Alkoholgehalt verwenden, da sonst die neue entstehenden Hautzellen vernichtet werden
  • kein Make up auf die Wunde bringen
  • zu frühes Dehnen des Piercings

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